Fit und schlank durch Strom und Kälte?

EMS / Bootcamp –  Alternativen zum Fitnessstudio

Working outGut trainierte, schlanke Körper stehen für Attraktivität. Wir wollen nicht nur unserem Partner gefallen, sondern auch Erfolg im Beruf haben. Zahlreiche Studien belegen, dass attraktivere und körperlich stärkere Menschen im direkten Vergleich mit weniger attraktiven und trainierten erfolgreicher sind. Ästhetische Chirurgie und Körperbewusstsein in Form von Sport & Ernährungsmedizin sollten hier als ergänzende Partner und nicht als Alternativen gesehen werden.

Aktuell sprießen täglich neue Möglichkeiten aus dem Boden sich in Form zu bringen. EMS (Elektromyostimulationstraining) und Outdoortraining (z.B. original Bootcamp) sind hier zwei beliebte Alternativen zum herkömmlichen Fitnessstudio. Alle versprechen schnelle Erfolge mit möglichst wenig Aufwand. Die Herangehensweisen sind hier jedoch sehr unterschiedlich. Wo liegen die Vor- und Nachteile? Nicht jede Trainingsform ist universell für jeden Menschen geeignet.

 

Was ist EMS?

EMS steht für Elektromyostimulationstraining. Das Versprechen klingt beinahe zu gut. Einmal pro Woche 20 min sollen zu einem strafferen Körper und mehr Muskelmasse führen. Doch stimmt das wirklich? Wie läuft das Training ab?

Zu Beginn ziehen Sie einen speziellen, mit Elektroden versehenen, sehr engen Anzug an. Dieser ähnelt einem Neoprenanzug. Die Elektroden werden mit warmem Wasser befeuchtet, damit der Strom besser fließt. Über diese Elektroden werden die unterschiedlichen Muskelpartien (Beine, Bauch, Po, Brust, Rücken und Oberarme) mit zunehmender Stromstärke angeregt bis sie an Ihre Schmerzgrenze kommen. Während der Stromimpulse halten sie entweder mit Ihrer Muskelkraft dagegen (statische Übungen) oder machen bestimmte Bewegungen (dynamische Übungen). Das Training ist jedoch nicht ganz ungefährlich. Durch die Stromschläge geht letztendlich Muskulatur zugrunde. Dieser Effekt ist auch gewollt, denn durch die Verletzung wird neue Muskulatur aufgebaut. Die Muskelzersetzung kann jedoch zu einem Anstieg der Blutwerte (Creatin-Kinase, CK) und einer Mehrbelastung der Nieren führen. Es gibt vermehrte Fallberichte von Probanden, die nach dem EMS-Training über ausgesprochene Müdigkeit, Kopfschmerzen, teils auch über Herzrasen klagen (Spiegel-Bericht). Vor Beginn des Trainings sollten Sie auf jeden Fall ihren Hausarzt fragen, ob es bei Ihnen spezielle Einwände gegen das Training gibt.

Vorteile des EMS:

–          schnelles Training (nur 20 min pro Einheit)

–          Personaltraining

–          nur einmal wöchentlich erforderlich

–          sehr intensiv, nahezu 100% Belastung der Muskelfasern

 

Nachteile des EMS:

–          Muskulatur gewöhnt sich an Belastung

–          hohe Kosten (ca. 20-30 € pro Sitzung) – häufig langfristige teure Verträge

–          kaum Verbesserung der Koordination oder Kondition

–          Muskulatur und Nieren können geschädigt werden

 

 

Was ist Bootcamp? 

Runnning shoesEine zweite sehr beliebte Trainingsform ist das Outdoortraining in Kleingruppen, z.B. Original Bootcamp.

Sport in Gesellschaft bei jedem Wetter. Das klingt anfangs vielleicht eher nach einem Familienausflug, wird aber schnell sehr anstrengend. Meistens ist das Training als Zirkeltraining mit verschiedenen Stationen aufgebaut. Die Trainingszeit wird anhand einer begleitenden Musik vorgegeben. Die Intensität, d.h. z.B. die Anzahl der Wiederholungen in der vorgegeben Zeit, kann individuell festgelegt werden. Diese Trainingsform ist besonders geeignet für Menschen, die keine Lust haben auf stickige Studios und die sich gerne in der Gruppe motivieren. Für absolute Sportanfänger ist nicht jede Gruppe geeignet, da anfangs die Gefahr einer Überbelastung besteht. Ein gewisser Gruppenzwang besteht schon und motiviert auch zusätzlich. Besonders reizvoll ist hierbei, dass wöchentliche Challenges (Herausforderungen) gestellt werden. Hierzu zählen z.B. täglich mindestens 1,5 l Wasser zu trinken, auf Zucker oder Alkohol zu verzichten.

 

 

Vorteile des Outdoortrainings:

–          Training in kleinen Gruppen (soziale Interaktion)

–          frische Luft

–          Verbesserung der Statik, Koordination und Kondition

–          häufig Kombination mit Ernährungstipps

 

Nachteile des Outdoortrainings:

–          zu Beginn evtl. zu anstrengend

–          bei schlechtem Wetter wird man vermutlich nass und schmutzig

 

Fitnessstudios müssen sich immer mehr strecken und häufig den Preis drücken, um mit modernen Sportkonzepten wie EMS oder Outdoortrainings mitzuhalten. Alleiniges Gewichtestemmen reicht vielen Menschen nicht mehr. Der Erfolg ist hierbei wie so häufig multifaktoriell. Wichtige Komponenten sind Zeit, Ernährung und ausreichende Erholung. Gerade am Anfang sollte man Ergebnisse nicht zu früh erwarten. Setzen Sie sich einen Zeitraum von mindestens 6 Monaten, um Resultate zu bewerten.   Unser Körper benötigt abwechselnde Übungen, um sichtbare Resultate zu erzielen. An gleichbleibende Belastungen gewöhnt er sich schnell. So hat eine Studie der Sporthochschule Köln gezeigt, dass der menschliche Körper sich nach und nach an die Belastung von EMS gewöhnt und kein signifikanter weiterer Muskelzuwachs erfolgt.

So oder so, von alleine tut sich nichts. Es gibt zahlreiche Alternativen am Markt, so dass jeder das Passende finden sollte.

 

Fett-weg durch Kälte?

Verbleiben auch nach intensivem Training Fettpölsterchen, so gibt es auch hierfür Lösungen. Sei es durch eine Fettabsaugung oder eine nicht-operative Behandlung wie z.B. die Kryolipolyse (CoolSculpting). Wie wir heute dank verschiedener Studien wissen produzieren Fettzellen Botenstoffe und können eine gewisse Resistenz gegen körpereigene Abbauprozesse entwickeln. Diese Resistenz wurde bei Frauen vor allem in Fettgewebe an den Oberschenkeln nachgewiesen, bei Männern ist meistens der Bauch betroffen. Dies kann eine Ursache dafür sein, dass Frauen häufig zunächst im Gesicht oder an der Brust abnehmen bevor sich etwas an den Oberschenkeln tut. Für diese hartnäckigen Polster kann eine Fettabsaugung Abhilfe sein. Neuerdings gibt es auch eine Möglichkeit ohne Operation. Mit der sogenannten Kryolipolyse (CoolSculpting) werden die Fettzellen eingefroren und dadurch allmählich abgebaut. Hierzu wird das behandelte Areal auf ca. 2° Celsius abgekühlt. Aktuell konnte nur das CoolSculpting-Gerät von ZELTIQ in mehr als 2 Mio. Anwendungen weltweit und zahlreichen Studien einen tatsächlichen Effekt nachweisen, so dass nur dieses Gerät über eine Zulassung der amerikanischen Gesundheitsbehörde (FDA-Zulassung) für die nicht-operative Fettreduktion verfügt. Vorteil dieser Behandlung ist, dass Sie keine beruflichen Ausfallzeiten befürchten müssen. Erste Ergebnisse machen sich nach wenigen Wochen bemerkbar. Das Endergebnis sehen Sie erst nach 4-6 Monaten, wie auch bei einer Fettabsaugung. Trotz aller Maßnahmen benötigt der Körper Zeit für die Heilung und äußerlich sichtbare Veränderungen.

 

CoolSculpting-Logo

 

Ich freue mich auf Fragen und Anmerkungen!

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